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Lesen Sie hier Beiträge zum Thema
"Physiotherapie u.a. bei Kniearthrose langfristig wirksamer als Spritzen und Arthroskopie (max. 12)"

Eine Antwortmöglichkeit finden Sie am Seitenende

Beitrag "Physiotherapie u.a. bei Kniearthrose langfristig wirksamer als Spritzen und Arthroskopie" lesen  
Nachricht von:
[ Roland Bruzek ]  
Betreff: Physiotherapie u.a. bei Kniearthrose langfristig wirksamer als Spritzen und Arthroskopie
geschrieben am: 11.08.2014 00:00
Nachricht:

aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Bertelsmann
Stiftung, Ute Friedrich, 11.08.2014

Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann
Stiftung: Nutzen der Behandlungen gering, Risiken verkannt
- Spritzen und Spiegelungen gegen
Knieschmerzen häufig wirkungslos


Gütersloh,
11. August 2014. Spritzen und Spiegelungen bei Kniearthrose
sind häufig
wirkungslos und bergen darüber hinaus unerkannte Risiken. Dies
belegt eine
Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse heute
veröffentlicht
wurden. Danach zeigen gängige Therapiemaßnahmen bei
Kniearthrose kaum
Wirkung. Für den "Faktencheck Gesundheit" der
Bertelsmann Stiftung hat das
Harding Zentrum für Risikokompetenz am Max-
Planck-Institut in Berlin
aktuelle Literatur analysiert. Das Fazit:
Gelenkspiegelungen, Hyaluron- und
Kortikoid-Injektionen zeigen nur einen
sehr begrenzten Nutzen. Risiken, die
mit den Eingriffen verbunden sind,
sind dagegen oft unzureichend
erforscht.

"Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Faktenlage bei
häufig
eingesetzten Behandlungen recht dünn ist. Doch die Patienten werden
selten
darüber aufgeklärt", sagt Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor des
Harding
Zentrums. Arthrose ist die weltweit am meisten
verbreitete
Gelenkerkrankung. Mit zunehmendem Alter verschlimmern sich die
Beschwerden
wie etwa anhaltende Schmerzen und geringere Bewegungsfähigkeit.
In
Deutschland sind etwa jeder dritte Mann und jede zweite Frau über 60
Jahre
betroffen, häufig leiden sie an Knie-Arthrose. Die Patienten
versprechen
sich von der Therapie, dass sie den oft schmerzhaften
und
beeinträchtigenden Verlauf positiv beeinflusst. "Spritzen und
Spiegelungen
sind auf längere Sicht häufig wirkungslos. Ihr Nutzen wird allzu
oft
überschätzt und die verbundenen Risiken, wie etwa Entzündungen
oder
Schwellungen ausgeblendet", so Gigerenzer.

Nach Einschätzung des Harding
Zentrums sind insbesondere Hyaluron-
Injektionen kritisch zu bewerten. Die
Behandlung führe zwar gelegentlich
zu geringfügigen Schmerzlinderungen und
mehr Beweglichkeit. Allerdings
seien die Besserungen nach wenigen Monaten oft
nicht mehr nachweisbar.
Kortikoid-Injektionen stellen laut "Faktencheck
Gesundheit" keine
Alternative dar: Sie können Schmerzen nur kurzfristig
lindern. Beide
Behandlungen müssen von den Patienten in der Regel selbst
bezahlt werden.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten
nicht.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Wirkung bereits
nach
vier Wochen verpufft. Darüber hinaus rufen Injektionen nicht
selten
Nebenwirkungen wie gerötete Haut, Schwellungen und auch
Gelenkentzündungen
hervor. Wer auf eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie)
setzt, ist laut
Studienergebnis nicht besser beraten: Viele Patienten können
nach der
Operation im Vergleich zu Nicht-Operierten weder besser gehen, noch
haben
ihre Schmerzen nachgelassen.

"Patient und Arzt sollten zunächst
alle konservativen Maßnahmen
ausschöpfen. Dazu zählen Gewichtsreduktion,
gelenkschonende Aktivitäten,
Physio-, Ergo- und physikalische Therapie. Sie
erfordern zwar mehr
Eigenverantwortung. Doch richtig eingesetzt, helfen sie
oft nachhaltiger",
so Eckhard Volbracht, Projekt Manager "Faktencheck
Knieoperation" bei der
Bertelsmann Stiftung.

Betroffene können sich ab
heute auf der Website "Faktencheck
Knieoperation" konkrete
Entscheidungshilfen für einzelne Therapiemaßnahmen
ansehen. Die so genannten
Faktenboxen geben den aktuellen Stand der
Wissenschaft über den Nutzen und
die Risiken einer Therapie wieder – und
zeigen auch dünne Faktenlagen
schonungslos auf. Der Arzt und Comedian
Eckart von Hirschhausen erläutert
zudem in zwei Videos, worauf sie bei
Knieoperationen und der Behandlung von
Arthrose achten sollten.

Hyaluron-Injektionen
Zur Behandlung von
Schmerzen und Symptomen bei Kniearthrose wird
Hyaluronsäure direkt in das
betroffene Gelenk gespritzt. Hyaluronsäure ist
normalerweise von Natur aus in
der Gelenkflüssigkeit vorhanden. Menschen
mit Arthrose haben eine niedrigere
Konzentration von Hyaluronsäure in
ihrem Gelenk als Menschen ohne
Arthrose.

Kortikoid-Injektionen
Bei einer Kortikoid-Injektion werden
entzündungshemmende Substanzen, so
genannte Steroide, direkt in das
betroffene Gelenk gespritzt.

Rückfragen an:  Claudia Haschke, Telefon: 0
52 41 / 81-81 542
E-Mail:
claudia.haschke@bertelsmann-stiftung.de

Weitere Informationen finden Sie
unter
http://www.faktencheck-knieoperation.de
http://Videos unter
https://www.youtube.com/watch?v=dxJAW_zcgLc
http://oder
https://www.youtube.com/watch?v=YxqnsON5dyc

Quelle: Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news599153



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