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"Ursache des zweithaeufigsten Schlaganfalltyps bei juengeren Patienten entdeckt (max. 12)"

Eine Antwortmöglichkeit finden Sie am Seitenende

Beitrag "Ursache des zweithaeufigsten Schlaganfalltyps bei juengeren Patienten entdeckt" lesen  
Nachricht von:
[ Roland Bruzek ]  
Betreff: Ursache des zweithaeufigsten Schlaganfalltyps bei juengeren Patienten entdeckt
geschrieben am: 20.04.2004 21:28
Nachricht:

aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Kompetenznetz Schlaganfall, 19.04.2004

Ursache des zweithaeufigsten Schlaganfalltyps bei juengeren Patienten
entdeckt

Ansatz fuer einen Hauttest / Genetische Ursache wahrscheinlich


Die zweithaeufigste Ursache fuer einen Schlaganfall bei juengeren
Erwachsenen sind so genannte spontane Dissektionen. Das sind Einrisse
der inneren Arterienwand, die direkt oder durch Thrombenbildung zu einem
Gefaessverschluss fuehren koennen. Sind hirnversorgende Arterien davon
betroffen, ist haeufig ein Hirninfarkt die Folge. In Deutschland
erleiden jedes Jahr bis zu 2000 Menschen unter 45 Jahren einen
derartigen Schlaganfall, die meisten von ihnen werden aus voelliger
Gesundheit betroffen. Bislang war die Ursache solcher Gefaessdefekte
unklar.

Eine Forschergruppe des Kompetenznetzes Schlaganfall um Privatdozent
Tobias Brandt, Aerztlicher Leiter der Schmiederkliniken in Heidelberg,
ist nun allerdings fuendig geworden: Anhand von
elektronenmikroskopischen Untersuchungen an Hautproben von
Dissektionspatienten konnten die Forscher eine Bindegewebsschwaeche der
Arterienwaende als eine der Ursachen feststellen. Die Ergebnisse wurden
heute auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft fuer Innere Medizin in
Wiesbaden vorgestellt.


Ansatz fuer einen Hauttest

"Damit", so Brandt, "konnten wir erstmals die bereits oft geaeusserte
Vermutung, dass spontanen Dissektionen eine Bindegewebsveraenderung zu
Grunde liegt, tatsaechlich bestaetigen." Die Ergebnisse koennten nun
langfristig einen Ansatz bieten, Risikopatienten anhand eines Hauttestes
fruehzeitig zu identifizieren und gezielte Vorsorgemassnahmen
einzuleiten: Zum Beispiel bestimmte Leistungssportarten oder
chiropraktische Behandlungen, die mit ruckartigen Bewegungen des Halses
verbunden sind, zu vermeiden. "Direkt beheben lassen sich Dissektionen
allerdings nicht", so Brandt.


Ursachensuche auf drei Kandidatengenen

Die Wissenschaftler analysierten mandelgrosse Hautproben, die den
Patienten oberhalb des Ellbogens entnommen wurden. Das Ergebnis: In mehr
als der Haelfte der Proben - bei 97 von bisher 174 untersuchten
Dissektionspatienten - fanden die Forscher Unregelmaessigkeiten in der
Bindegewebsstruktur. Bei weitergehenden Untersuchungen liessen sich die
gleichen krankhaften Veraenderungen auch in den Waenden hirnversorgender
Arterien nachweisen. Die Bindegewebsschwaeche in der Haut zeigt demnach
einen generellen Bindegewebsdefekt an, der sich auch in den
Arterienwaenden wieder findet. Kontrollpatienten wiesen dagegen keine
solche Hautveraenderung auf. Ebenfalls wichtig: Bei saemtlichen
Schlaganfallpatienten, die nach der ersten spontanen Dissektion einen
weiteren Schlaganfall erlitten, konnten die Wissenschaftler die
Bindegewebsschwaeche nachweisen. "Das ist ein starker Hinweis darauf,
dass die entdeckte Bindegewebsschwaeche ein hohes Risiko fuer eine
Dissektion darstellt", so Brandt. Gerade diese Dissektions-Patienten
seien besonders gefaehrdet, einen erneuten Hirninfarkt zu erleiden. Aber
auch fuer bisher beschwerdefreie nahe Familienmitglieder von Patienten
koennte dieses Ergebnis von grosser Bedeutung sein. Denn Grundlage der
Bindegewebsschwaeche scheint eine erbliche Veranlagung zu sein. So
treten Rezidive spontaner Dissektionen gehaeuft in Familien auf. Derzeit
nehmen Genetiker des Kompetenznetzes drei Kandidatengene auf dem
Chromosom 15, deren Produkte am Aufbau der Arterienwaende beteiligt
sind, naeher unter die Lupe. Aus Stammbaum-Analysen haben sich starke
Anhaltspunkte darauf ergeben, dass eine Veraenderung in nur einem dieser
Gene zu der beobachteten Bindegewebsveraenderung fuehrt.


Mehrwert durch Zusammenarbeit

Insbesondere durch die interdisziplinaere Kooperation der
Forschergruppen im Kompetenznetz Schlaganfall konnten eine ausreichend
hohe Patientenanzahl rekrutiert und aussagekraeftige Ergebnisse erzielt
werden. Dabei arbeiten Spezialisten der Ultrastrukturforschung,
Neurologen und Genetiker der Universitaeten Heidelberg und Muenster
sowie des Klinikums Minden zusammen.


Kompetenznetz Schlaganfall

In dem vom Bundesministerium fuer Bildung und Forschung gefoerderten
Kompetenznetz Schlaganfall arbeiten seit 1999 bundesweit Akteure der
Versorgung, klinische Wissenschaftler und Grundlagenforscher eng
zusammen. Ziel ist es, die Kompetenz der beteiligten fuehrenden
Forschungsgruppen zu buendeln, die Kommunikation zwischen
Wissenschaftlern, Aerzten und Betroffenen zu verbessern - und damit die
Schlaganfall-Forschung noch effizienter voranzutreiben. Neue
wissenschaftliche Ergebnisse koennen so rascher in die
Patientenversorgung einfliessen. Mit seinen insgesamt 29
interdisziplinaeren Projekten will das Netz die Risikoerkennung und
Vorsorge, Diagnose und Akutbehandlung sowie die Rehabilitation und die
Versorgung von Schlaganfallpatienten optimieren.
Jedes Jahr erleiden in Deutschland fast 200.000 Menschen einen
Schlaganfall. Der Schlaganfall ist damit die dritthaeufigste
Todesursache und die haeufigste Ursache fuer dauerhafte Behinderungen
bei Erwachsenen.

Weitere Informationen erhalten Sie von:
PD Dr. med. Tobias Brandt
Schmiederkliniken
Speyrerhof 3
69177 Heidelberg
Tel.: (06221) 65 40 221
Fax: (06221) 65 40 560
Email: t.brandt@kliniken-schmieder.de

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