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Feinstaubbelastung führt zu erhöhtem Herzinfarkt-Risiko

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

26.01.14




aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Susanne Eichacker, 22.01.2014

Eine langfristige Feinstaubbelastung ist mit einem erhöhten Risiko für
Herzinfarkte assoziiert. Überdies lässt sich der Zusammenhang bereits bei
einer Feinstaubexposition unterhalb der aktuell festgeschriebenen
Grenzwerte beobachten. Zu diesen Ergebnissen kommt ein europäisches
Forschungsteam unter Leitung von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums
München in einer Bevölkerungsstudie, die in der Fachzeitschrift ‚The
British Medical Journal‘ veröffentlicht wurde.

Die ESCAPE-Studie* untersucht Effekte auf die Gesundheit durch Feinstaub.
In elf teilnehmenden Bevölkerungsgruppen aus Finnland, Schweden, Dänemark,
Italien und Deutschland wurde nun der Zusammenhang von Feinstaubbelastung
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelt, mit dem Ergebnis, dass hohe
Luftverschmutzungen am Wohnort das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen
können.

Die Wissenschaftler, darunter das Team um Prof. Dr. Annette Peters und Dr.
Kathrin Wolf vom Institut für Epidemiologie II (EPI II) am Helmholtz
Zentrum München, werteten die Daten von über 100.000 Teilnehmern aus. Bei
Studieneinschluss waren alle Studienteilnehmer herzgesund. In einem
Beobachtungszeitraum von im Mittel 11,5 Jahren wurden Daten zu Ereignissen
einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gesammelt und mit Konzentrationen von
unter dem Begriff Feinstaub zusammengefassten Luftpartikeln mit einem
Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer ( PM10) bzw. lungengängigen
Partikeln kleiner als 2.5 Mikrometer (PM2.5) und Stickstoffoxiden (NOx) am
Wohnort verglichen.

Insgesamt erlitten 5.157 Personen während der Studienphase einen
Herzinfarkt oder instabile Angina pectoris (Brustenge), beides
Erkrankungsbilder, die durch eine Verkalkung der Herzkranzgefäße
hervorgerufen werden. Ein Anstieg der jährlichen Konzentration von PM2.5
um 5 µg/m³ bzw. von PM10 um 10 µg/m³ in der Luft führte zu einem um 13
bzw. 12 Prozent erhöhten Herzinfarkt-Risiko. Ein Risiko durch erhöhte
Feinstaubbelastung trat auch bereits dann auf, wenn die
Partikelkonzentrationen unterhalb der EU-weiten Grenzwerte von 25 µg/m³
für PM2.5 und 40 µg/m³ für PM10 lagen.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Feinstaubbelastungen ein deutliches
Gesundheitsrisiko darstellen - und zwar ein größeres als bisher
angenommen, erklärt Letztautorin der Studie Peters. Besonders
alarmierend sind die Gesundheitsschädigungen bereits unterhalb der
vorgeschriebenen Grenzwerte. Die Studie unterstützt daher die Forderungen,
diese Grenzwerte abzusenken.

Umweltfaktoren und Lebensstil tragen wesentlich zu der Entstehung weit
verbreiteter Erkrankungen in Deutschland, wie Herz-Kreislauferkrankungen
und Diabetes mellitus, bei. Ziel des Helmholtz Zentrums München ist es,
neue Ansätze für Diagnose, Therapie und Prävention der großen
Volkskrankheiten zu entwickeln.

Videobeitrag: Prof. Annette Peters spricht über gesundheitliche Risiken
der Feinstaubbelastung - Link zum Video: <http://www.helmholtz-
muenchen.de/mediencenter/filme/forschung/index.html!prettyPhoto>

Weitere Informationen

Original-Publikation:
Cesaroni, G. et al. (2014), Long-term exposure to ambient air pollution
and incidence of acute coronary events -Analysis of eleven European
cohorts from the ESCAPE Project, The British Medical Journal, doi:
http://dx.doi.org/10.1136/bmj.f7412

Link zur Fachpublikation: <http://www.bmj.com/content/348/bmj.f7412>
Link zum Editorial des BMJ: <http://www.bmj.com/content/348/bmj.g40>
Link zur Pressemitteilung des BMJ: <http://www.bmj.com/press-
releases/2014/01/21/long-term-exposure-air-pollution-linked-coronary-
events>

* ESCAPE: Die European Study of Cohorts for Air Pollution Effects
untersucht gesundheitliche Langzeit-Effekte von Luftschadstoffen in
europäischen Bevölkerungskohorten. <www.escapeproject.eu>

Eine solche Studienkohorte ist die Kooperative Gesundheitsforschung in der
Region Augsburg (KORA). Sie untersucht seit über 20 Jahren die Gesundheit
tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von
Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu verstehen. Kernthemen der KORA-
Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen
Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu
werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a.
Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung,
Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden
Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung
untersucht.

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose,
Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes
mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das
Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz
des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum
München beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-
Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-
biologische Forschungszentren mit rund 34.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Epidemiologie II (EPI II) erforscht die Zusammenhänge von
Umwelt, Lebensstil und Genetik bei der Entstehung von Diabetes,
Erkrankungen des Herzens und der Erhaltung der Gesundheit im Alter. Die
Forschung stützt sich auf die einzigartigen bevölkerungsbasierten KORA-
Ressourcen (Kohorte, Herzinfarktregister, Aerosol-Messstation).
Folgestudien innerhalb der Kohorte ermöglichen die Untersuchung von
Frühformen und Komplikationen ausgewählter chronischer Erkrankungen und
deren Verbreitung in der Bevölkerung.

Fachlicher Ansprechpartner
Prof. Annette Peters,
Institut für Epidemiologie II,
Tel. -4566
E-Mail: <peters@helmholtz-muenchen.de>

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/pressemitteilungen/2014/pressemitteilung/article/23334/index.html

Quelle: Pressemitteilung:
http://idw-online.de/de/news570146



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