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Forscher der Univ. Zürich finden ein Bluthochdruck regulierendes Protein

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

04.11.13




aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Universität Zürich, Nathalie Huber, 04.11.2013

Urinprotein ist Risikofaktor für Bluthochdruck und chronische
Nierenerkrankungen

Das Protein Uromodulin wird von der Niere in den Urin ausgeschieden. Eine
erhöhte Konzentration an Uromodulin kann zu Bluthochdruck und
Nierenschäden führen. Forscher der Universität Zürich belegen gemeinsam
mit internationalen Kollegen, dass dieses Urinprotein bei Trägern eines
Risikogens stärker exprimiert wird. Die zentrale Rolle von Uromodulin ist
ein wichtiger Ansatzpunkt für die Therapie von Bluthochdruck und
chronischem Nierenversagen.

Uromodulin ist das am höchsten konzentrierte Eiweiss im Urin und schützt
die Niere vor Nierensteinbildung und Harnwegsinfektionen. Obwohl es
bereits vor mehr als 50 Jahren entdeckt wurde, bleibt seine physiologische
Rolle bis heute geheimnisvoll. Nun deckt ein internationales Forscherteam
unter der Leitung von Prof. Olivier Devuyst von der Universität Zürich die
Rolle von Uromodulin als Risikofaktor für Bluthochdruck und chronisches
Nierenversagen auf.

Erhöhte Konzentration von Uromodulin führt auch zu Nierenschäden
Arterielle Hypertonie, im täglichen Sprachgebrauch als Bluthochdruck
benannt, sowie chronisches Nierenversagen häufen sich in der
Gesamtbevölkerung. Bekannt ist, dass genetische Faktoren das Risiko
erhöhen, von diesen Leiden betroffen zu sein. So geht man davon aus, dass
Mutationen im Gen für Uromodulin (UMOD-Gen) zu Nierenkrankheiten führen.
Welche Mechanismen dabei zum Tragen kommen, ist jedoch nur schwer
erforschbar. Es ist uns jetzt gelungen zu zeigen, dass eine häufige
Variation in der Promotor-Region des UMOD-Gens eine Kaskade von
Ereignissen auslöst, die letztlich zu Hypertonie oder einem chronischen
Nierenleiden führen, so Olivier Devuyst.

Diese Schlussfolgerung basiert auf der Beobachtung, dass Personen mit
diesen Risikovarianten im UMOD-Gen höhere Konzentrationen von Uromodulin
im Urin und in der Niere aufweisen, verglichen mit Personen, die
schützende Varianten tragen. Mit Hilfe von Mausmodellen erforschten die
Studienautoren die Auswirkungen von unterschiedlich erhöhter Expression
von Uromodulin auf das Entstehen von Nierenschäden und erhöhtem Blutdruck.
Ihnen ist dabei aufgefallen, dass Mäuse mit hoher Expression von
Uromodulin auch eine erhöhte Reabsorption von Salz in den Nieren
aufweisen, welche wiederum für den hohen Blutdruck verantwortlich ist.

Den Forschenden ist es ausserdem gelungen, in Zellmodellen den Transporter
ausfindig zu machen, der für diese erhöhte Salzreabsorption verantwortlich
ist, und, sie konnten den arteriellen Tonus anschliessend mit einem
weitverbreiteten Diuretikum wieder normalisieren. Die Resultate lassen
sich direkt auf den Menschen übertragen. Wir können belegen, dass gerade
Personen, welche die Risikovarianten tragen und eine erhöhte Expression
von Uromodulin aufweisen, stärker auf das gleiche Diuretikum ansprechen
und ihr arterielle Tonus signifikant gesenkt werden kann, sagt Olivier
Devuyst. Interessanterweise haben die Forschenden ebenfalls entdeckt, dass
diese hohe Expression von Uromodulin zu Nierenschäden führt. Diese
Läsionen werden mit zunehmendem Alter zusehends ausgeprägter. Die Studie
bestätigt nicht zuletzt auch die herausragende Rolle der Niere bei der
Regulierung des Blutdruckes. Das Eiweiss Uromodulin konnte als mögliches
Ziel für therapeutische Interventionen zur Kontrolle des Blutdruckes und
zum Erhalt der Nierenfunktion identifiziert werden, schliesst Olivier
Devuyst.


Literatur:
Matteo Trudu, Sylvie Janas, Chiara Lanzani, Huguette Debaix, Céline
Schaeffer, Masami Ikehata, Lorena Citterio, Sylvie Demaretz, Francesco
Trevisani, Giuseppe Ristagno, Bob Glaudemans, Kamel Laghmani, Giacomo
Dell’Antonio, the Swiss Kidney Project on Genes in Hypertension (SKIPOGH)
team, Johannes Loffing, Maria P Rastaldi, Paolo Manunta, Olivier Devuyst,
Luca Rampoldi. Common noncoding UMOD variants induce salt-sensitive
hypertension and kidney damage by increasing uromodulin expression. Nature
Medicine. 3 November, 2013. Doi:10.1038/nm.3384


Hintergrund
Geleitet und koordiniert wurde die aktuelle Studie von Dr. Luca Rampoldi
vom San Raffaele Institut in Mailand und Prof. Olivier Devuyst von der
Universität Zürich. Basierend auf den Daten von Maus- und Zellmodellen
sowie auf Patientenkohorten, waren ausserdem noch involviert: The Swiss
National Centre of Competence in Research (NCCR) Kidney Control of
Homeostasis (Kidney.CH), Swiss Kidney Project on Genes in Hypertension:
Skipogh.

Kontakt:
Prof. Olivier Devuyst
Physiologisches Institut
Universität Zürich
Tel. +41 44 635 50 82
E-Mail: olivier.devuyst@uzh.ch

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.mediadesk.uzh.ch

Quelle: Pressemitteilung:
http://idw-online.de/de/news559498

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