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26.09.2022
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Früherkennung von Parkinson vor der Erkrankung

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

19.10.11




aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH), Kirstin Ahrens, 19.10.2011

Früherkennung Parkinson: Große Studie belegt Bedeutung von
Ultraschalluntersuchungen des Gehirns


Eine gemeinsame Studie des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung
(HIH), der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen sowie der
Universitätskliniken in Homburg und Innsbruck zeigt, dass Menschen, die
bei der Ultraschall-Erstuntersuchung eine vermehrte Echogenität
(Hyperechogenität) des Gehirnareals der dopamin-produzierenden Zellen
(Substantia nigra) aufwiesen, ein mehr als 17fach erhöhtes Risiko hatten,
innerhalb von drei Jahren eine Parkinson-Erkrankung zu entwickeln. Damit
weist die Ultraschallauffälligkeit das höchste bisher bekannte Risiko für
Parkinson nach. (Archives of Neurology)

An der von der Michael J. Fox Foundation unterstützten Studie nahmen mehr
als 1800 Menschen im Alter von über 50 Jahren teil. Professor Daniela Berg
(Hertie-Institut für klinische Hirnforschung und Neurologische
Universitätsklinik Tübingen) untersuchte mit ihren Kollegen über einen
Beobachtungszeitraum von drei Jahren verschiedene Auffälligkeiten, wie die
Echogenität der Substantia nigra im Ultraschall und mögliche Frühmerkmale,
zum Beispiel Veränderungen der Geruchswahrnehmung oder der Stimmung, die
auf die spätere Entwicklung einer Parkinson-Erkrankung hindeuten können.

Untersuchungen belegen, dass motorische Verlangsamung und Zittern als
diagnose-weisende Symptome einer Parkinson-Erkrankung erst auftreten, wenn
mehr als die Hälfte der Nervenzellen, die den Überträgerstoff Dopamin
produzieren, im Hirnstamm zu Grunde gegangen sind. Derzeit arbeiten viele
Arbeitsgruppen weltweit an therapeutischen Möglichkeiten, die den Verlauf
der Erkrankung bessern und Nervenzellen schützen sollen. Dies ist aber nur
dann sinnvoll möglich, wenn die Behandlung möglichst früh begonnen wird,
im Grunde bevor Störungen der Bewegung auftreten. Um Menschen, bei denen
bereits ein Nervenzelluntergang stattfindet, aber noch keine
Bewegungsstörung vorliegt, zu identifizieren, wird nach sogenannten
Biomarkern gesucht. Das sind Auffälligkeiten, die anzeigen, welche
Personen ein erhöhtes Risiko für eine Parkinson-Erkrankung haben oder die
den Prozess des Nervenzellunterganges schon früh nachweisen. Bisher gibt
es noch keinen Biomarker, der mit Sicherheit aussagen kann, bei wem eine
Nervenzellschädigung vorliegt und wer im Laufe der nächsten Jahre
Parkinson entwickelt.

Originaltitel der Publikation:
Enlarged Substantia Nigra Hyperechogenicity and Risk for Parkinson Disease

Erschienen in Archives of Neurology:  Arch Neurol. 2011;68(7):932-937.
doi:10.1001/archneurol.2011.141Juli 2011

Autoren:
Daniela Berg; Klaus Seppi; Stefanie Behnke; Inga Liepelt; Katherine
Schweitzer;
Heike Stockner; Frank Wollenwebe; Alexandra Gaenslen; Philipp Mahlknech;
Jo?rg Spiege;Jana Godau; Heiko Huber; Karin Srulijes; Stefan Kiechl;
Marianna Bentele; Arno Gasperi;Teresa Schubert; Teresa Hiry; Mareike
Probst; Vera Schneider; Jochen Klenk; Martin Sawires; Johann Willeit;
Walter Maetzler; Klaus Fassbender; Thomas Gasser; Werner Poewe

Kontakte:
Universitätsklinikum Tübingen, Zentrum für Neurologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Tübingen
Professor Daniela Berg
E-Mail: daniela.berg@uni-tuebingen.de

Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)
Externe Pressestelle:
Kirstin Ahrens
Tel.: 07073-500 724, Mobil: 0173 - 300 53 96
Mail : mail@kirstin-ahrens.de
<http://www.hih-tuebingen.de>

Universitätsklinikum Tübingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ellen Katz
Telefon: 07071-2980112
Mail: ellen.katz@med.uni-tuebingen.de
<http://www.medizin.uni-tuebingen.de>

Universitätsklinikum Tübingen
Das 1805 gegründete Tübinger Universitätsklinikum gehört zu den führenden
Zentren der deutschen Hochschulmedizin und trägt als eines der 32
Universitätsklinika in Deutschland zum erfolgreichen Verbund von
Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei.

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) am
Universitätsklinikum Tübingen gehört in der Parkinson-Forschung zu den
weltweit führenden Forschungseinrichtungen.

Die Michael J. Fox Foundation setzt sich für die Entwicklung besserer
Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Erkrankung ein. Langfristiges Ziel
ist es, den Verlauf zu verbessern und schließlich die Erkrankung zu
heilen. Zu diesem Zweck werden weltweit wissenschaftliche Projekte
gefördert. Bislang wurden international mehr als 175 Millionen USD an
Fördergeldern in die Forschung investiert


Quell: Pressemitteilung:
http://idw-online.de/de/news446624


aus dem Newsletter Okt-2011 von Physioweb.de
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