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Aktuelle Daten über Kniegelenksarthrose ermittelt

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

24.06.10




Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin , Jörg Feldmann,
24.06.2010

Forschung: Aktuelle Daten über Kniegelenksarthrose ermittelt

Der frühzeitige Verschleiß des Kniegelenks, die Gonarthrose, ist eine
der häufigsten Gelenkerkrankungen. Im Auftrag der Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ermittelte jetzt eine
umfangreiche Studie Faktoren, die zum Verschleiß des Kniegelenks
führen können. Neben beruflichen Belastungen wie schwerem Heben und
Tragen und häufigem Knien tragen Übergewicht, Vererbung und
Mannschaftssportarten zur schmerzhaften Erkrankung des Kniegelenks bei.

Für die Kniegelenksarthrose, die zu den häufigsten Erkrankungen des
Muskel-Skelett-Systems zählt, sind berufliche Risikofaktoren bisher
nicht ausreichend beleuchtet worden. Die nun veröffentlichten
Ergebnisse der ?Fall-Kontroll-Studie zur Bewertung von beruflichen
Faktoren im Zusammenhang mit Gonarthrosen? schließen diese Lücke.

2006 gab die BAuA die Fall-Kontroll-Studie in Auftrag. Die sogenannte
ArGon-Studie sollte Erkenntnisse über den Einfluss von physischen
Belastungen bei beruflichen und außerberuflichen Tätigkeiten und
individuellen Faktoren auf die Entstehung von Gonarthrose gewinnen.
Das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V.
ASER führte die Studie gemeinsam mit dem HELIOS Klinikum Wuppertal,
dem Sankt Josef Zentrum für Orthopädie und Rheumatologie Wuppertal,
dem Klinikum Köln Merheim und der Universität Witten/Herdecke durch.
Über 1.200 Patienten mit und ohne Kniegelenksarthrose nahmen an der
Fall-Kontroll-Studie teil. Die Daten zu zurückliegenden beruflichen
Belastungen und sonstigen Risikofaktoren wurden bei den 741 Frauen und
569 Männern im Alter zwischen 25 und 75 Jahren durch standardisierte
Befragungen mit Hilfe von Fragebögen und Interviews erhoben.
Zusätzlich wurden zur Validierung der subjektiven Angaben aus den
Befragungen Tätigkeitsanalysen und Befragungen in ausgewählten
Bereichen mit Knie belastenden Tätigkeiten durchgeführt.

Für beide Geschlechter konnte gezeigt werden, dass Arbeiten im Knien
oder in hockender Stellung das Risiko des Verschleißes erhöhen. Hier
besteht ein Zusammenhang zwischen der Dauer der Einwirkung und der
Schädigung. Darüber hinaus ermittelten die Experten Übergewicht,
Erbanlagen und bestimmte Sportarten als Risikofaktoren. Bei Frauen
spielen zusätzlich Fehlstellungen des Beines (X-/O-Beine),
Kniebeschwerden in der Kindheit und schweres Heben und Tragen eine
Rolle. Hingegen erweist sich bei Frauen langes und häufiges Sitzen als
Faktor, der dem Verschleiß des Kniegelenks entgegenwirkt.

Befragte Orthopäden und Sportmediziner kamen zu dem Ergebnis, dass
auch bestimmte Sportarten schädlich für die Knie sein können.
Mannschaftssportarten und Kampfsport wurden fast durchgängig als ?eher
schädlich für das Knie? eingestuft. Hier können Knieverletzungen
auftreten, die nicht bemerkt werden und dem Verschleiß Vorschub
leisten. Mit dem richtigen Sport kann man aber auch etwas für die
Prävention von Kniegelenksarthrose tun: besonders Wassersport und
Individualsportarten wie ein gezieltes Rückentraining sind gut
geeignet.

Die ArGon-Studie liefert wichtige Erkenntnisse, um durch Maßnahmen wie
Arbeitstechniken oder Ernährungsumstellung dem vorzeitigen Abbau des
Kniegelenks vorzubeugen. Die Ergebnisse wurden auch in der
internationalen Fachzeitschrift Arthritis Research & Therapy
(2010,12:R88) veröffentlicht.

Bericht F2096 der BAuA ?Fall-Kontroll-Studie zur Bewertung von
beruflichen Faktoren im Zusammenhang mit Gonarthrosen ? die ArGon-
Studie?, A. Klußmann, Hj. Gebhardt, M. Nübling, L. V. von Engelhardt,
E. Quirós Perea, F. Liebers, B. Bouillon, M. A. Rieger; 199 Seiten;
PDF-Datei 4 MB

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen
Fortschritt. Sie ermöglichen Unternehmen wie auch der gesamten
Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und
entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,
fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und
erfüllt hoheitliche Aufgaben ? im Gefahrstoffrecht, bei der
Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist
eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte
arbeiten am Hauptsitz in Dortmund und den Standorten Berlin, Dresden
sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Weitere Informationen finden Sie unter
<http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2096.html> Direkter Link zum Bericht auf der BAuA-Homepage.



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