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Datum:
12.12.2018
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Neues Beratungskonzept Gesundheit im Alter startet 2016

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

18.12.15




Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Dr. Susanne Langer,
18.12.2015

Gesundheit im Alter ist machbar

Innovatives und bundesweit einmaliges FAU-Beratungskonzept für gesundes
Altern startet im Januar

Die wenigsten Senioren fühlen sich alt. Und doch stellen sich häufig
gewisse Unsicherheiten ein. Damit Menschen auch im Alter möglichst lange
gesund bleiben, startet das Institut für Psychogerontologie (IPG) der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ein neuartiges
Modell für individuelle Beratung verbunden mit wissenschaftlicher
Forschung. Das Angebot zur „Beratung für gesundes Altern" (BegA) richtet
sich an Menschen in der zweiten Lebenshälfte und deren Angehörige. Das
Projekt wird für fünf Jahre von der Theo und Friedl Schöller-Stiftung
gefördert.

Ein 70-Jähriger überquert die Straße und plötzlich, wie aus dem Nichts,
ertönt die Hupe eines Autos. Herangekommen ist es bis auf einen knappen
Meter. Alles noch mal gut gegangen. Das Auto hat der Senior vorher nicht
gesehen. Es sind solche und ähnliche kleine Missgeschicke, die ältere
Menschen nicht einordnen können und sie zu dem Schluss kommen lassen:
Etwas stimmt nicht mit mir. Was bleibt, sind mulmige Gefühle oder diffuse
Ängste.

Stellen Senioren Anzeichen des Alterns fest, sind die Sorgen oft groß.
Doch meist wollen sich die Betroffenen mit ihren Fragen nicht sofort an
eine klinische, neurologische oder psychiatrische Einrichtung wenden. Sie
befürchten, dass Untersuchungsergebnisse über funktionelle Einbußen an die
Behörden wie zum Beispiel die Führerscheinstelle oder auch an andere
Stellen weitergeleitet werden und ihnen dadurch Nachteile entstehen.

Hoher Beratungsbedarf

Zwar können mit dem Alternsprozess viele Veränderungen einhergehen, die
subjektive oder objektive Einbußen der kognitiven oder körperlichen
Funktionstüchtigkeit mit sich bringen. Doch Prof. Dr. Frieder R. Lang,
Leiter des FAU-Instituts für Psychogerontologie (IPG) sagt: „Viele
Einbußen, die ältere Menschen erleben, bedürfen meist keiner besonderen
medizinischen Behandlung. Aber dennoch stellen sich viele Fragen und der
Beratungsbedarf ist oft hoch.“

Deshalb beginnt das IPG im Januar 2016 ein bundesweit einmaliges,
innovatives Beratungsmodell. Gefördert wird dessen Aufbau von der
Nürnberger Theo und Friedl Schöller-Stiftung über den Zeitraum von fünf
Jahren. Das neuartige, an die Universität angekoppelte und explizit nicht-
klinische Konzept „Beratung für gesundes Altern" (BegA) ist ein
umfassendes, vorsorge-orientiertes Angebot, das sich speziell an ältere
Menschen in der zweiten Lebenshälfte, aber auch Angehörige richtet. Es
unterstützt die Betroffenen, sich in der eigenen Lebensplanung auf
allfällige Einbußen des Alterns einstellen zu können. Getragen und
umgesetzt wird BegA von einem von Prof. Dr. Frieder R. Lang und seinem
Mitarbeiter Dr. Roland Rupprecht geleiteten interdisziplinären Team, in
dem unter anderem Gerontologen, Psychologen, Ärzte, Sozialpädagogen und
Ergotherapeuten zusammenarbeiten.

Die Experten beraten etwa hinsichtlich zentraler Themen des
Alternsprozesses: Was kann man tun, um fit zu bleiben? Wie ernährt man
sich ab 50plus gesund? Wie lässt sich die Selbständigkeit erhalten? Dr.
Roland Rupprecht sagt: „Um viele Menschen zu erreichen, ist unser Angebot
bewusst niederschwellig und leicht zugänglich gehalten.“

In einem kostenlosen, unverbindlichen Erstgespräch werden zunächst die
aktuellen Fragen und Probleme der Betroffenen besprochen. Dabei wird
geklärt, ob eine weitergehende, auf die individuelle Problemlage der
Betroffenen angepasste und wissenschaftlich fundierte Diagnostik sowie
weitere Beratungsleistungen zu empfehlen sind. Außerdem besteht die
Möglichkeit zur Teilnahme an Präventionskursen und jährlichen
Kontrolluntersuchungen. Hinzu kommt eine streng vertrauliche
Vorgehensweise, bei der die Betroffenen über die Verwendung Ihrer Angaben
selbst bestimmen.

Wissenschaftliche Fragestellungen

Aus den anonymisierten Daten, die im Rahmen der BegA-Angebote erhoben
werden, wollen die Forscher sich vielfältige wissenschaftliche Fragen
beantworten: Inwiefern sich die Teilnahme an Präventionsangeboten auf die
Betroffenen auswirkt und wie sich der langfristige Verlauf der kognitiven
Leistungsfähigkeit bei Personen darstellt, die sich wegen subjektiv
empfundener Gedächtnisbeeinträchtigungen bei BegA melden. Oder wie
Senioren damit zurechtkommen, wenn sie freiwillig nicht mehr Auto fahren.

Über das Institut für Psychogerontologie

Das Institut für Psychogerontologie (IPG) ist ein bayernweit einzigartiges
Institut, das neben seiner Expertise in der Forschung und Lehre zu Fragen
des Alterns über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von
Gedächtnisproblemen sowie der Beratung zu alternsgerechten technischen
Lösungen und Wohnumwelten verfügt. Informationen zu BegA gibt es unter
www.geronto.fau.de/bega.

 

Quelle: Pressemitteilung:

 

http://idw-online.de/de/news643614

 


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