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12.12.2018
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ungesunde Ernährung kostet jährlich 16,8 Milliarden Euro

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

15.09.15




aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Tom Leonhardt, 15.09.2015

Studie: Ungesunde Ernährung kostet Gesundheitssystem jährlich 16,8
Milliarden Euro

Die Deutschen essen zu viel Zucker, Salz und Fette – die gesundheitlichen
Folgen kosten den Staat allein im Gesundheitssystem jährlich mehr als 16,8
Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des
Biotechnologieunternehmens BRAIN AG und der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg (MLU). Die Arbeiten wurden im Rahmen der strategischen
Allianz NatLife 2020 durchgeführt und teilweise vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung gefördert. Die Ergebnisse sind in der
Fachzeitschrift „PLOS One“ veröffentlicht.

Für ihre Arbeit haben die Forscher die repräsentativen Krankheitskosten
und Verzehrsdaten für Deutschland analysiert und errechnet, wie hoch die
anteiligen Kosten eines unausgewogenen Verzehrs von Zucker, Salz und
gesättigten Fetten sind. Dabei handelt es sich um die drei Stoffgruppen,
deren Verzehr in Deutschland oft deutlich über den offiziellen
Verzehrsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt. Auf
Ebene der untersuchten Erkrankungen wurde zwischen 22 verschiedenen
Krankheitsbildern unterschieden, wobei die größten Kosten im
Gesundheitssystem durch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Karies,
Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Übergewicht sowie diverse
Krebserkrankungen verursacht wurden. Insgesamt ergeben sich dadurch Kosten
in Höhe von 16,8 Milliarden Euro für das Gesundheitssystem, die auf eine
Fehlernährung zurückzuführen sind.

„Die direkten Kosten von Krankheiten, die aufgrund eines Überverzehrs von
Salz, Zucker und Fett entstehen können, sind substantiell. Ein deutliches
Einsparpotential liegt jedoch auch in den bisher weniger beachteten
Folgeerkrankungen und Folgekosten von Übergewicht und Diabetes", sagt
Studienautor Dr. Toni Meier von der MLU. „Diese reichen von der
gewichtsbedingten Arthrose bis zu Schlafstörungen, Alzheimer und
chronischem Nierenversagen."

Die für die Forschung an den Naturstoffen zur Verbesserung von
Nahrungsmittelrezepturen verantwortliche Wissenschaftlerin der BRAIN und
Co-Autorin der Publikation, Dr. Katja Riedel, stellt fest: „Die Resultate
haben uns in ihrer Höhe doch sehr überrascht. Dabei haben wir hier aktuell
lediglich die direkten Behandlungskosten berücksichtigt. Indirekte Kosten,
bedingt durch Arbeitsausfall, Kurbehandlungen und Invalidität, kommen zu
den direkten Kosten sogar noch hinzu."

Vor dem Hintergrund einer zunehmend älter, jedoch nicht gesünder werdenden
Bevölkerung und damit einhergehenden steigenden Gesundheitsausgaben können
die Ergebnisse als Richtschnur dienen, in welchen Bereichen sich
vorbeugende Maßnahmen am effektivsten lohnen. „Die Ergebnisse dieser
Studie bestätigen uns darin, dass wir mit dem Forschungsansatz der NatLife
2020 genau auf dem richtigen Weg sind. Wenn es uns gelänge, etwa ein
Drittel der Zucker-, Fett- oder der Salzmenge in den
Nahrungsmittelrezepturen mit neuen Naturstoffen zu ersetzen, könnten wir
das Gesundheitssystem allein in Deutschland jährlich bereits um einen
Betrag von fünf bis sechs Milliarden Euro entlasten", resümiert Co-Autor
Dr. Martin Langer, Executive Vice President Corporate Development der
BRAIN.

Die Studie ist innerhalb der strategischen Allianz NatLife 2020
entstanden. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Unternehmen
und Universitäten, die gemeinsam biologisch aktive Naturstoffe für
verbesserte Rezepturen für Nahrungsmittel-Unternehmen erforschen und
entwickeln. Diese neuen Produkte werden bei gleichem Geschmack in ihrem
Salz-, Zucker- und/oder Fettgehalt reduziert sein. Damit sollen sie einen
deutlich erkennbaren Beitrag zur Verbesserung von Ernährung, Gesundheit
und dem Wohlbefinden der Menschen leisten.

Zur Publikation:
Meier T, Senftleben K, Deumelandt P, Christen O, Riedel K, Langer M (2015)
Healthcare Costs Associated with an Adequate Intake of Sugars, Salt and
Saturated Fat in Germany: A Health Econometrical Analysis. PLoS ONE 10(9):
e0135990. doi:10.1371/journal.pone.0135990

Quelle: Pressemitteilung:

http://idw-online.de/de/news637556


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