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Datum:
23.02.2012
1 Uhr 59

 

 

 

 


Medizin der Zukunft: Die individuelle Therapie

bearbeitet von unserem(r) Redakteur(in) Roland Bruzek

15.01.12




aus: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der
Wissenschaften, Caroline Wichmann, 09.01.2012
(von Redaktion geändert 15.1.)

Personalisierte Medizin im Fokus - Symposium der Nationalakademie
Leopoldina und der ÖAW


Als eine mögliche Strategie der optimalen Gesundheitsversorgung wird
weltweit die Personalisierte Medizin diskutiert. Durch den Einsatz
individuell auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichteter Therapien
sollen die Effektivität der Behandlung gesteigert und unerwünschte
Nebenwirkungen vermieden werden. Die Personalisierte Medizin wirft aber
neben medizinischen und medizinökonomischen auch zahlreiche rechtliche,
soziale und ethisch-moralische Fragen auf. Die Nationale Akademie der
Wissenschaften Leopoldina thematisierte diese in einem international
besetzten Symposium mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
(ÖAW), das vom 12. bis 14. Januar 2012 in Wien stattfand.

Die Medizin erlebt zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen ihre Zukunft
entscheidend bestimmenden Paradigmenwechsel: War es in den vergangenen
Jahrzehnten unser Bestreben, vermeintlich unbedeutende Schattierungen
eines Krankheitsgeschehens dem gemeinsamen Ganzen unterzuordnen, hat die
technologische Revolution, vor allem im Bereich der Lebenswissenschaften
und der Informatik, unser Verständnis über Ursachen und die individuelle
Empfänglichkeit für Krankheiten grundlegend verändert, so die beiden
wissenschaftlichen Organisatoren des Symposiums, die Leopoldina-Mitglieder
Professor Georg Stingl (Wien) und Professor Martin Röcken (Tübingen). Wir
wissen nun, dass sich hinter einer homogen anmutenden Krankheitsentität
oft interindividuelle Unterschiede verbergen, die den Verlauf und auch das
therapeutische Ansprechen wesentlich beeinflussen können. Es sei eine der
großen Herausforderungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte, diese
Unterschiede aufzuspüren und die daraus notwendigen Konsequenzen für eine
auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Behandlung zu ziehen.
Diese zu diskutieren sei ein wesentliches Anliegen des Symposiums.

Das Symposium fand im Rahmen der Aktivitäten der Arbeitsgruppe
Personalisierte Medizin statt, die die Leopoldina gemeinsam mit der
Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech und der Berlin-
Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (für die Union der deutschen
Akademien der Wissenschaften) ins Leben gerufen hat. Die Arbeitsgruppe
wird in einer Stellungnahme Ende des Jahres 2012 die Thematik aus einer
umfassenden Perspektive betrachten und technische Grundlagen, die
Anwendbarkeit in der klinischen Praxis, Kosten für das Gesundheitssystem
sowie die ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen diskutieren.

Weitere Informationen zur Arbeitsgruppe Personalisierte Medizin unter:
http://www.leopoldina.org/de/politik/arbeitsgruppen-der-akademie/personalisierte-medizin.html
Quelle: Pressemitteilung:
http://idw-online.de/de/news458254


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